Brennnessel (Urtica)

Die Brennnessel: eine wehrhafte Heilpflanze

Sie ist fast überall auf der Welt anzufinden und wächst sowohl im heimischen Garten als auch am Straßenrand: die Brennnessel (Urtica). Ihren Namen trägt sie nicht umsonst, denn der Kontakt mit den unzähligen Brennhaaren an Stängel und Blättern und der in ihnen enthaltenen, reizenden Flüssigkeit hinterlässt bei (Haut-) Kontakt einen bleibenden, weil brennenden, Eindruck. Die Brennnessel verfügt aber nicht nur über potente Abwehrmechanismen: in ihrem Inneren schlummern auch wertvolle Inhaltsstoffe. Die Blätter der wehrhaften Heilpflanze werden aufgrund ihrer entwässernden und entzündungshemmenden Wirkung bei Harnwegsinfektionen und Rheumabeschwerden eingesetzt.

Die Brennnessel: Verbreitung, Aussehen und besondere Eigenschaften

Brennnesseln bilden eine Pflanzengattung der Brennnesselgewächse, die fast weltweit vorkommt. In Deutschland ist überwiegend die Große Brennnessel (Urtica dioica L.) verbreitet. Die Brennnessel ist eine einjährige, ausdauernd krautige Staude mit eiförmigen, zugespitzten Blättern mit grob gesägtem Rand. Sie wächst in Mitteleuropa und kann eine Wuchshöhe von 30 cm bis hin zu drei Metern erreichen. Ihr kantiger Stängel ist mit unzähligen Brennhaaren ausgestattet, in denen unter anderem Ameisensäure enthalten ist, welche die Pflanze vor Fressfeinden schützen.

Ihren Namen trägt die Brennnessel aufgrund ihrer besonders durchdringenden Eigenschaft: Bei Kontakt mit der Haut bricht die kugelförmige Spitze der Brennhaare ab, das Brennhaar dringt durch die Hautoberfläche ein und die enthaltene Flüssigkeit wird in die entstandene kleine Wunde gespritzt. Die Folgen sind ein anhaltender, brennender Schmerz und Quaddeln, die sich auf der Haut bilden können.

Der Begriff für die Hautkrankheit Urtikaria/Nesselsucht ist wegen der ähnlich aussehenden Symptome von dieser Hautreaktion abgeleitet, wenngleich diese Erkrankung mit der Pflanze nichts zu tun hat.

Medizinisch wirksame Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Brennnessel

Pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe befinden sich in allen Teilen der Pflanze. Man unterscheidet:

  • Brennnesselblätter (Urticae folium)
  • Brennnesselkraut (Urticae herba)
  • Brennnesselwurzel (Urticae radix)

Die Inhaltsstoffe der Brennnessel werden von einem hohen, bis zu 20 % reichenden, Gehalt an Mineralstoffen mit Kieselsäure und Kalium bestimmt. Auch Flavonoide sind in der Heilpflanze enthalten; ihr Anteil liegt zwischen ca. 1-2 % in Blättern und Kraut. In der Wurzel sind besonders die Phytosterole enthalten. In den Brennhaaren sind dagegen kleine Mengen Acetylcholin, Serotonin und Ameisensäure zu finden, die die Pflanze vor Fressfeinden schützt.

Brennnesselkraut und Brennnesselwurzel: harntreibend und entzündungshemmend

Die am häufigsten in der Naturmedizin verwendeten Bestandteile der großen Brennnessel (Urtica dioica) sind ihr Kraut (Blätter und Stängel) und ihre Wurzeln. Aufgrund ihrer entwässernden und somit „durchspülenden“ Wirkung helfen Brennnesselblätter bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und können sogar der Bildung von Nierengrieß entgegenwirken.

Aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften finden Brennnesselblätter auch bei rheumatischen Beschwerden Anwendung.

Die Brennnesselwurzel enthält dagegen anders zusammengesetzte Inhaltsstoffe wie z. B. Phytosterine. Sie wird in der Behandlung von entzündlichen Harnwegserkrankungen beim Mann, die mit einer Vergrößerung der Prostata einhergehen, eingesetzt.

Brennnesselblätter in Sidroga® Tees und ihre Wirkung

Geschnitten und getrocknet entfalten die Blätter der großen Brennnessel ihre Eigenschaften: sie wirken harntreibend (diuretisch). Sie werden häufig in arzneilich wirksamen Tees zum Durchspülen entzündeter Harnwege, sowie zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß und bei Muskel –und Gelenkschmerzen verwendet, wie in Sidroga Brennnessel-Tee. In Arzneitees von Sidroga finden nur Brennnesselblätter Verwendung.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Eintrag enthält allgemeine Hinweise, die von unseren Heilpflanzen-Experten geprüft wurden. Zu den genauen Indikationsgebieten der Tees beachten Sie bitte die entsprechenden Packungsbeilagen. Der Artikel dient nicht der Selbstdiagnose oder -behandlung. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer Ihren Arzt oder lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten.